>>>AKAR Workshop: Offene Stimme




mit Amelia Cuni

Im Dhrupad existieren eine Reihe grundlegender Techniken und Übungen zur Stimmbildung – sie ermöglichen die ästhetische Erfahrung einer Tradition, die der westlichen Musikwelt viel zu bieten hat.
Auf dieser Grundlage erforscht und erweitert Amelia Cuni ihre Ausdrucksmöglichkeiten seit 25 Jahren. Ihre Unterrichtsmethoden entwickelte sie vor dem Hintergrund der speziellen Bedürfnisse und Motivationen, mit denen europäische Schüler sich dieser Kultur in einem nicht – indischen Kontext nähern. Selbst aus dem europäischen Kulturkreis stammend, weiss sie um die Schwierigkeiten, mit denen sie sich selbst während des Erlernens einer fremdartigen Musikkultur konfrontiert sah. Ihre erfolgreichen Bemühungen um eine Überbrückung der kulturellen Differenzen sind sowohl bei professionellen Musikern als auch bei Laien sehr geschätzt.
Als engagierte Lehrerin leitete Amelia Cuni eine Vielzahl von Workshops und Klassen in ganz Europa. Seit 2001 lehrt sie am Konservatorium von Vicenza (Italien) und leitet regelmäßig Workshops an verschiedenen Institutionen (Universitäten, Konservatorien, Musik- und Schauspielschulen) in ganz Europa.


Durch Amelia Cunis Engagement in der Weitergabe ihres musikalischen Wissen sowie durch ihre langjährige interkulturelle Arbeit haben sich einige Schwerpunkte in ihrer Unterichtsmethodik herauskristallisiert:

•Schulung der Stimme, die deren ungehinderte Entfaltung zu Ziel hat und auf dem Sprachton aufbaut. Durch spezielle Übungen lernen die Schüler, entsprechend ihrer persönlichen Fähigkeiten und Charaktere, ihre Stimme zwanglos und auf natürliche Art zu entwickeln. Dabei soll die Aufmerksamkeit auf Angewohnheiten und Blockaden gelenkt werden, die Stimmproduktion und Resonanz behindern. Speziell entwickelte Übungen schulen Präzision, Flexibilität und Anmut des Gesangs – Qualitäten, an denen auf fortgeschrittener Stufe intensiver gearbeitet wird.

• Schulung der musikalischen Kreativität durch Auseinandersetzung mit den Intervallen und traditionellen modalen Strukturen (raga-tala) indischer Musik, sowie den ästhetischen Prinzipien die sich darin spiegeln. Durch Übungen mit der Tanpura wird das Gefühl für Tonhöhen und Intervalle stufenweise verfeinert. Dabei öffnen die melodischen und rhythmischen Strukturen Raga/Tala einen weiten Spielraum für musikalische Kreativität. Hier soll sich dem Schüler die Bedeutung von Improvisation im Rahmen dieser traditionellen Musikform erschließen.

• Der Körper als Instrument. Eine Reihe von Übungen, die auf einen richtigen und effizienten Einsatz des Atems und die Harmonisierung von Körper und Geist durch Gesang zielen. Durch Atemübungen gelingt eine Öffnung des Abdomen als Resonanzraum, die für den Dhrupad-Gesang von großer Bedeutung ist.


Diese Unterichtmethode sollte für Sänger aller Stilrichtungen ebenso sinnvoll wie interessant sein. Da sie auf einer sehr elementaren Ebene der Stimmproduktion arbeitet, kann sie in alle musikalischen Kontexte integriert werden. Sie bietet sowohl die Erfahrung einer unmittelbaren Verbindung von Musik, Körper und Geist als auch sehr praktische und effektive Techniken zur Entwicklung der eigenen musikalischen Fähigkeiten.

Amelia Cuni bietet Klassen und Workshops an, die auf die Bedürfnisse der Studenten zugeschnitten sind. Dementsprechend ist es sinnvoll, Stuktur, Größe und Dauer rechtzeitig mit ihr abzustimmen.