>>>ASHTAYAMA - Song of Hours

von Amelia Cuni und Werner Durand


ASHTAYAMA bezieht sich auf die alte indische Tradition, die in den Ritualen der Hindu Tempel wurzelt, nach der der Tag in 8 Zeitzonen von je 3 Stunden Dauer eingeteilt wird. Entsprechend der Zeitzonen ändern sich die Raga genannten musikalischen Modi. Eine ähnliche Beziehung zwischen Zyklen der Natur und der Musik sind im europäischen Stundenbuch verzeichnet, das seit dem Mittelalter die tägliche Liturgie der Klöster bestimmt.

Acht Lieder, begleitet von Video-, Licht- und Schattenbildern, zeichnen den Zyklus des Tages nach und reflektieren gleichzeitig auf die vielfältigen Stimmungen und Rituale der Lebenszyklen.

Die Musik von Amelia Cuni und Werner Durand bedient sich traditioneller indischer Musikformen (Dhrupad) in unkonventioneller Art und Weise. Ihre Arbeit stellt eine zeitgenössische Annäherung an diese reiche und wertvolle Tradition dar, wobei sie deren grundlegenden Einsichten und Tiefe der Vision großen Respekt entgegen bringen. Amelia Cunis Recitativos und Improvisationen treten mit Werner Durands Live-Mixing ihrer aufgenommenen Stimme und den von Uli Sigg gesteuerten Videosequenzen in Interaktion und begleiten den Zuschauer auf einer Reise durch eine Welt intensiver farbenprächtiger Bilder. Musik, Tanz und Videoprojektionen verschmelzen zu einer eindrucksvollen Begegnung westlicher und östlicher Kultur. Kein elektronischer Effekt verändert dabei den natürlichen Charakter des Gesangs. Durch Loops und digitale Delays werden melodische und rhythmische Formen geschaffen, die trotz aller Komplexität eine beeindruckende musikalische Transparenz bewahren.



> kurzer Videoclip der Performance

Die CD "ASHTAYAMA - Song of Hours" ist bei AMIATA Records (Florenz 2000) erschienen.


In der Multimediaversion mit dem Videokünstler Uli Sigg besteht das Bühnenbild aus einer 4m hohen zylindrischen Konstruktion aus extrem leichtem, transparentem Gazestoff, die als Projektionsfläche dient. Diese wird von 2 Aluminiumringen im Durchmesser von 5 m in Position gehalten.
Uli Sigg benutzt Videosequenzen und -Loops, die er von mehreren Quellen analog zur Musik live mischt. Die visuelle Gestaltung setzt dieser Welt des reinen Vokals ein zeitgenössisch geprägtes visuelles Environment entgegen. Ein speziell entwickeltes, interaktives Computerprogramm erlaubt es, die Bewegungen der Bilder durch die Musik zu beeinflussen.





Terry Riley (Komponist):
'' ASTHAYAMA is a powerful and moving work. A fragrant garland of ragas progresses through the time periods of the day and night revealing the subtle shades of color and mood which are at the heart of the treasured tradition of Dhrupad music. In ASHTAYAMA, tradition and experimentation reach a fine tuned balance contributing to a new viewpoint of an ancient form.''

David Toop (Musiker, Musikjournalist und Autor) über ASHTAYAMA:
''...Dhrupad´s austerity would seem to run in opposition to much experimental music, yet this collaboration between Amelia and Werner Durand celebrates restraint and precision as positive virtues, creating a spare, beautiful music that glows with purpose and clarity. Listening to the final piece, "Deep Night", I hear a music of mysterious force that moves beyond the fusions of the past, holding ancient and future in precarious balance. Its breathy pulsations, swooping melismas and perspectival illusions construct and decompose an intangible maze of shadowy pathways in which new identities flutter with new life. ''


ASHTAYAMA-Song of Hours ist ein Projekt, das in verschiedenen Darstellungsformen aufgeführt werden kann,mit unterschiedlichen visuellen Medien und den räumlichen Gegebenheiten entsprechend.

• als Konzert, mit Amelia Cuni(Gesang und Tanz), Werner Durand (Live - Mixing), einem Video von Yvonne Mohr und Licht von Fred Pommerehn

• als Musiktheater mit einem Bühnenbild und Licht von Fred Pommerehn

• als Multimedia Performance mit live gemischten, interaktiven Videoprojektionen von Uli Sigg

als Begegnung mit der Tradition europäischer Klöster über das Stundenbuch / Book of Hours (gregorianische Choräle und Hildegard von Bingens Musik) in Zusammenarbeit mit Sängern Alter Musik wie SCHOLA CANTORUM NÜRNBERG, MARIA JONAS, ARS CHORALIS COELN

• als Installation


Die Originalfassung (Video: Lillevän, Licht/Bühne: Fred Pommerehn, Regie: Claudio De Maglio) ist eine Ko-produktion des Podewil, Zentrum für aktuelle Kunst in Berlin, des ZKM, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und des Teatro Ultamondo, Udine (mit freundlicher Unterstützung der Werkstatt der Kulturen, Berlin).





Die Premiere fand am 3. Dezember 1999 im Podewil, Berlin, statt, wo Amelia Cuni und Werner Durand als Artists in Residence eingeladen waren. Weitere Aufführungen der Originalversion fanden zwischen dem 28. und 30. Januar im ZKM in Karlsruhe statt.
Die Konzertversion mit einem Video von Yvonne Mohr wurde im ICA, London, im Tropenmuseum Amsterdam und beim Festival Experimenta 21 in Torrelavega,Spanien gezeigt. Weitere Aufführungen: August 2002 in Rio de Janeiro /Brasilien im CCBB sowie im Februar 2003 im Ijsbreker, Amsterdam
Am 12. Oktober 2002 fand in der St. Egidien Kirche in Nürnberg eine gemeinsame Aufführung von Ashtayama und Teilen des europäischen Stundenbuchs mit der Schola Cantorum Nürnberg statt ,die nochmals beim Düsseldorfer Altstadtherbst 2004 gezeigt wurde.
Die Werkstatt de Kulturen in Berlin präsentierte am 15. und 16. November 2002 eine neue Bühnenversion mit Bühnen- und Lichtdesign von Fred Pommerehn.
Die Multimediaversion mit Uli Sigg wurde zuerst im Rahmen des Düsseldorfer Altstadtherbstes am 25. September 2002 im Tanzhaus gezeigt. Danach am 22.Februar 2003 wurde Ashtayama im IJsbreker in Amsterdam, am 10. August 2003 in der AKADEMIE DER KÜNSTE, Berlin (Conceptualisms Festival), im Februar 2004 in der Werkstatt der Kulturen, Berlin, im März 2004 in San Francisco beim Festival OTHER MINDS (Yerba Buena Center), im April 2004 im Auditorium von Rom und im September 2004 im Teo Otto Theater, Remscheid. Im Juni 2005: Aufführung beim STIMMENFESTIVAL, Lörrach.
2006 wurde ASHTAYAMA von der SERRALVES FOUNDATION in Porto und beim Festival TORINO SPIRITUALITA präsentiert, 2007 am BURGHOF LÖRRACH (D) und auf dem Festival Espirelia Trascendental in LORCA (E).


Eine Demo - CDR mit Ausschnitten aus der Multimedia - Pefromance mit Uli Sigg sowie eine DVD der kompletten Aufführung sind auf Anfrage erhältlich!

Presseauszüge finden Sie unter Pressestimmen.

> Download
ASHTAYAMA TecRider für die Multimedia Performance mit dem Video Künstler ULI SIGG